Jahrhunderte nach ihrem Tod trauert der Vampir Bishop noch immer um seine große Liebe. Doch als er in diesem Jahr zu ihrem Grab kommt, erwartet ihn dort eine Vampirjägerin. Marika hat nur ein Ziel: Sie will den Blutsauger vernichten und rechnet nicht damit, dem melancholischen schönen Mann zu verfallen.
Sprecher: Alexander Königsmann
8 CD, Spielzeit: 555 Minuten
Die Sage um die Schattenritter besteht aus bisher sechs Teilen, welche nicht miteinander verbunden sind. Oder besser – die Hauptakteure wechseln bei jedem Band um so in jeder Story einen neuen Sohn der Dunkelheit zu beleuchten. Oder noch besser – das große Ganze dahinter könnte sich in einem siebten Band auflösen, was auch immer da kommen mag.
Der hier beschriebene Vampir Bishop ist der zweite von insgesamt sechs Söldnern, welche vor mehreren Jahrhunderten – im vorigen Hörbuch lernte man ja schon seinen Kollegen Chapel kennen – durch den Blutgral, das unheilige Gegenstück zum heiligen Gral, in Vampire transformiert wurden.
Auch Bishop steht natürlich ein weibliches Wesen zu Seite und die Ecken der Lust und Leidenschaft werden auch hier bis ins Detail ausgeleuchtet, wie man es von einem Vampirroman für erwachsene Zuhörer auch erwartet. Doch ist die Gespielin hier nicht ganz so willig und leicht zu knacken wie man vielleicht vermuten mag und so ergeben sich einige recht amüsante Momente zwischen Vampirmann und der Lady of the Audiobook.
Autorin Kathryn Smtih schreibt flüssig von der sprichwörtlichen Leber weg und verzichtet auf zu schnulzige Verschnörkelungen des Leidensdrucks, welcher ja den meisten Schattenwesen immer wieder angehängt wird. Die hier agierenden Nackenbeisser leben ihre Profession schonungslos aus und die erotischen Momente haben so die ein oder andere Sekunde in der sie abzudriften drohen. Doch die Waage zwischen Schnulze und Hardcore wird niemals zu stark in eine Richtung geschoben.
Auch der Umstand religiöser Benennungen der Hauptakteure – Chapel, Bishop – lässt auf viel Humor der Autorin schließen, welchen sie ab und an auch durchblicken lässt. Auch hier wieder ansonsten nichts neues im Reich der Schattenflatterer, doch der Schnulz bleibt in der Ecke der Glitzervampire und verirrt sich nicht in diese Lesung hinein.
Alexander Königsmann liefert auch hier eine gute Leseleistung ab. Teilweise etwas zu distanziert, für meine Geschmack, schaff er es dennoch mit angenehm temperierter Stimme die Geschichte um den zweiten von sechs Vampirsöldners gut zu Gehör zu bringen.
Nichts neues, aber dennoch ein nette Variante des bekanntes Themas…
