Seit er vor sechshundert Jahren zu einem Vampir gemacht wurde, sucht der Mann, der sich Chapel nennt, nach Erlösung. Nun folgt er einer Spur an die rauhe Küste von England. Dort begegnet er der schönen, aber todkranken Pru, die ihn vom ersten Moment in ihren Bann schlägt. Aber darf er seinem Verlangen nachgeben?
Geh mir bloß mit deinen Zähen vom Hals weg! So mag man denken wenn man schon wieder Vampirzähne sieht die in weinen Frauennacken beißen. Wenn dieser Vampir dann auch noch glitzert und sich alles nur um unerfüllte Teenagerliebe dreht, so ist man sich sicher das 1234ste Plagiat von einem Bis(s) geboten zu bekommen.
Doch man findet auch noch andere Geschichten welche den Mythos des Nachtwesens nicht verklären, sondern ihn so ansiedeln wie ihn sich Papa Stoker damals dachte. Dem hier vorliegenden Hörbuch liegt ein Roman zugrunde, welcher sich eher der vampirischen Ader des 19ten Jahrhunderts bedient und somit auch all den gediegene Dingen welche damals so aus dem Alltagsleben resultierten.
Auch wenn sich die Autorin teilweise einer recht umständlichen Sprache bedient und eher nicht daran denkt sich dem momentanen Hype zu unterwerfen, so geht es streckenweise auch recht ruppig zur Sachen.
Der Vampir wird in allen Facetten bedient. Nicht nur das romantische Geschmachte wird geboten, sondern auch der handfeste Sex, wenn auch nicht ins zu zotige abrutschend. Und gerade hier wurde ein gute Mischung gefunden es nicht zu schmalzig zu machen aber auch nicht zu pornografisch. Die Erotikszenen bestimmen nicht das Bild der Geschichte, sondern sind eher eine Zugabe.
Die Lovestory um Pru, eine krebskranke Frau (natürlich, denn wie sonst sollte man die ganze „Ich kann die helfen“-Klamotte rechtfertigen), und den Vampir Chapel ruht sich auch nicht nur auf einer ausführlichen Schilderung der beiden Charaktere und deren Welt aus. Es werden auch Hintergründe zum Vampir an sich geboten, so das sich diese Welt mehr vertieft als es eigentlich nötig gewesen wäre.
Der Mix aus biblischem Hintergrund, eine wenig Historiendrama und eben dem immer noch erfolgsträchtigen Nackenbeisser geht hier gut auf. Sicher nichts für diejenigen welche schon kein Knoblauch als Abwehrmittel mehr riechen könne und schon alle Inkarnationen des Vlad-Sprosses an sich gehört haben und dies nun satt sind. Wer sich jedoch an den Spitzzähnen nicht satt hören kann, der sollte hier auf seine Kosten kommen. Neues gibt es hier nicht, nur ist die Mischung nicht ganz so plump wie man sie anderswo geboten bekommt…
